“Für mich war das Videoprojekt mit Spiegellicht Productions der erste Videodreh überhaupt. Nach der Schilderung meiner Vision waren Daniel und Sarah, die ich schon seit der Schulzeit kenne, sofort Feuer und Flamme. Da mein Umzug nach Portugal ca. eine Woche nach den geplanten Drehtagen vor der Tür stand, hatte ich allerdings ein paar Bedenken, ob mein Vorhaben überhaupt umsetzbar sei. Die haben die beiden allerdings ganz easy aus dem Weg geräumt, jede Frage beantwortet, jedes Vorgehen geschildert und zusammen haben wir alle möglichen Unmöglichkeiten besprochen. „Egal was passiert Clara, wir bekommen das auf jeden Fall alles hin“, – Zitat Daniel, nach emotionalem Nerven-fast-hinschmeißen meinerseits -> “Oh Gott ich hoffe mein Pferd macht das alles überhaupt mit“. Der eigentliche Dreh war wie erwartet ganz anders als geplant („Das ist immer so“ – Zitat Sarah, ganz entspannt.) Von allergischen Reaktionen, über Sonne an falschen Plätzen zur falschen Zeit, bis hin zu Migräneanfällen und Übelkeit waren wir Dank der beiden aber gegen alles gewappnet, hatten am letzten Drehtag alle Szenen im Kasten und konnten sogar noch ein bisschen Sightseeing in Wien genießen.”

Clara Kreutter

Unsere Reise nach Wien

Aber nun von vorne. Sarah und ich starteten unsere Reise mit dem Zug von Siegen nach Frankfurt und von dort aus weiter mit dem Flixbus bis nach Wien. Generell sind diese Busse schon recht komfortabel (Steckdosen, WLAN, bequem Sitze) jedoch war dieser Bus leider nicht klimatisiert und das Einschlafen fiel uns schwer. Doch schon der erster Eindruck von Wien war toll und die Freude Clara wiederzusehen lies die wenigen Stunden Schlaf schnell vergessen. Wir beide waren zum ersten Mal in Wien und die schöne Stadt mit ihrer tollen Architektur fiel uns direkt ins Auge. Das Wetter war auch super und sollte auch die nächsten Tage so bleiben, was für uns eine tolle Voraussetzung anbot, da fast alle Szenen für draußen geplant waren. Als Equipment versuchten wir uns auf Grund der Reise ohne Auto auf ein minimalistisches Setup zu beschränken (ähnlich wie bei unserem Roadtrip durch Island). Somit entschieden wir uns für die GH5 und G70, ein Gimbal, ein Aufsteck-Mikro, Anstecker und ein Stativ. Bei dem eigentlichen Projekt für Clara handelt es sich um einen Imagefilm für ihre eigene Stiftung ‘Anahata Equitation’ welche sie gegründet hat um die besondere Art des Reitens für mehr Menschen zugänglich zu machen. Denn diese Reitart ist eigentlich sehr elitär, weshalb sich die meisten eine Ausbildung darin nicht leisten können. Auf ihre Anfrage hin haben wir natürlich ja gesagt und freuten uns schon auf die Zusammenarbeit mit ihr und ihrem Pferd.

Das Filmen mit Tieren

Nachdem wir am Abend unserer Ankunft die nächsten Tage besprochen haben sind wir am nächsten Morgen früh schon um 6:00 Uhr zum Stall gefahren. Einerseits um wenige Menschen anzutreffen, da Claras Pferd in einem großen Stall zuhause ist den sich viele Pferdehalter teilen. Andererseits um genug Zeit für die Vorbereitungen zu haben und vor allem das Pferd kennenzulernen, denn wir wussten nicht wie das Pferd auf uns und die Kameras reagiert. Wir hatten uns zwar vorher gemeinsam mit Clara gedanken über passende Bilder gemacht, mussten aber das meiste spontan vor Ort entscheiden, da wir nicht in alle Bereiche der Umgebung gehen konnten. Das Pferd hat glücklicherweise super mitgemacht, und die Reithalle hatte zum Glück ein sehr schönes Licht um diese Zeit. Doch wir mussten schnell feststellen, dort wo Pferde sind sind Mücken und andere stechende Insekten nicht weit. Das hat nicht nur das Pferd mit voranschreitender Zeit gemerkt, sondern auch Sarah (alle die Sarah kennen wissen was jetzt kommt). Dem Pferd konnten die Insekten nicht viel anhaben, Sarah reagierte jedoch wie so oft heftiger auf die Stiche, so dass ihr Bein anschwoll, das Laufen zunehmend schwerer fiel und wir kurzerhand einen Arztbesuch zwischen die Dreharbeiten schieben mussten. Die Ärztin gab allerding vorerst Entwarnung und Empfahl das altbewährte Hausmittel Quarkwickel. Da wir die Dreharbeiten im Stall zum Glück schon beendet haben gab es keine weiteren Stiche und wir konnten am nächsten Tag mit dem Interview fortfahren und gleichzeitig Sarahs Bein etwas schonen. Für das Interview mit Clara haben wir uns einen sehr schönen Park ausgesucht. Zunächst sollte das Interview in der Nähe des Reitstalls stattfinden, doch leider fanden wir keinen Ort an dem sowohl die Location als auch das Licht zu dieser Zeit stimmte. Daher also ein anderer Ort am nächsten Tag und dafür passende Orte gibt es in Wien genug. Wir fanden einen Park der uns so gut gefiel, dass uns auch ein paar Renovierungsarbeiten nicht davon abhalten konnten dort zu drehen. Wir fanden eine ruhige Parkbank und bauten alles auf. Daraufhin lief alles ziemlich glatt, Clara hatte sich die wichtigsten Inhalte bereits überlegt und trug diese beeindruckend locker, fehlerfrei und trotzdem sehr natürlich vor. Natürlich ist auch hier der eine oder andere lustige Outtake entstanden. Wieder zurück in Claras Wohnung schnappte sie sich noch ein paar Reitutensilien, wie ihre Hose und die Stiefel und wir drehten noch ein paar B-Roll Szenen, wie sie sich auf das Reiten vorbereitet. Die tolle Atmosphäre der Wohnung mit dem schön fallenden Licht durch die großen Fenster boten dafür einen tollen Ausgang und einen schönen Drehabschluss.

Kurzes Sightseeing in Wien

Da nun alle Aufnahmen im Kasten waren, hatten wir noch Zeit uns Wien anzuschauen und eine kleine Sightseeing Tour zu machen. Und wer kann einem besser die Stadt zeigen, als jemand der dort studiert. Also brachte uns Clara zu allen Hotspots die sie kannte, zeigte uns die kultur prächtigsten Orte und natürlich auch die besten Essens Hotspots. Nicht nur Clara ist nach dem Abitur zum Studieren nach Wien gezogen, sondern auch ein weiterer Schulfreund von uns um dort Maschinenbau zu studieren. Kurzerhand haben wir ihn in der Werkstatt seiner Uni überrascht, denn er ist der Teil des Forumlar Student Teams von Wien. Nach ein paar gemeinsamen Bier und dem schwelgen in Erinnerungen ist dann schließlich der letzte Abend angebrochen. In alter Tradition wurde der letzte gemeinsame Abend mit Qualitätsfernsehen verbracht. Und was eignet sich da besser als das Germanys Next Topmodel Finale. Die Heimreise am nächsten Morgen traten wir diesmal nicht mit dem Bus sondern mit dem ICE an. Der Unterschied zur Hinreise hätte kaum größer sein können. Schön klimatisiert, Ruhe & eine schnellere Rückreise. So waren die paar Stunden Zugfahrt schnell vergangen und Sarahs Bein konnte sich nochmal mit Hilfe der Quarkwickel entspannen.

“Ich bin euch unendlich dankbar für die geniale und professionelle Zusammenarbeit. Für jedes Problem hattet ihr eine Lösung parat und trotz Zeitstress und Arztbesuchen: Was haben wir gelacht!? 😂  Ihr habt eine unglaubliche Geduld und Einfühlungsvermögen (für Tier UND Mensch vor der Kamera), kennt euer Fach (!!!), seid flexibel und liebt einfach das, was ihr tut und das merkt man. Das fertige Video hat ganz einfach meine Erwartungen übertroffen. Es ist die allererste Version die mir vorgelegt wurde. Ich habe nichts ändern lassen. Ich freue mich auf weitere Zusammenarbeit in der Zukunft mit euch! Alles Liebe, Clara”

Clara Kreutter

Schließlich Zuhause angekommen ging der Schnitt sehr fix und wir waren alle schnell zufrieden. Rückblickend haben wir auch durch diesen Dreh wertvolle Erfahrungen sammeln können im Hinblick auf das Arbeiten mit Tieren, der Wahl und das Reisen mit Equipments, sowie immer genug Zeit und einen Plan B einzuplanen, da z.B. unvorhergesehene Fälle wie ein Arztbesuch jederzeit nötig sein können. Die Gesundheit sollte auch hier immer an erster Stelle stehen. Lieber gut planen und den Dreh verschieben, als die Krankheit womöglich noch schlimmer werden zu lassen und eventuell schlechtes Material zu sammeln. Wir danken Clara für den netten Aufenthalt und wünschen ihr viel Erfolg für die Zukunft. Hier ist der finale Film, viel Spaß beim Anschauen!